Produktion zieht um

Kavat baut neue Fabrik in Bosnien

Der schwedische Schuhhersteller Kavat hat eine neue Fabrik in Bosnien gebaut. (Foto: Kavat)

Mit einem Umsatzrekord von 11,5 Mio. Euro hat Kavat das Geschäftsjahr 2016 abgeschlossen. Jetzt investiert der schwedische Schuhhersteller in den Produktionsstandort in Bosnien-Herzegowina.

Nach Angaben von Kavat begann im Juli der schrittweise Umzug der 160 Mitarbeiter aus den bisherigen Räumlichkeiten in Travnik in die moderne, 5.000 qm große Schuhfabrik im nur knapp zehn Kilometer entfernten Novi Travnik – neue Maschinen und Näherei inklusive. Damit baut der schwedische Schuhhersteller die Schuhfertigung aus und setzt weiter auf einen kontrollierten Produktionszyklus, lokale Zulieferer und kurze Transportwege. Die neue Fabrik bietet laut Kavat Kapazitäten für die Produktion von jährlich rund 500.000 Paaren; das entspräche einer Steigerung von 66% im Vergleich zur aktuellen Produktionsgröße in der eigenen Anlage.  

„Hier können wir auch bei der steigenden Nachfrage für nachhaltig gefertigte Schuhe einen noch größeren Teil unserer Produkte am eigenen Standort produzieren. Damit bieten wir eine kontrollierte, transparente und flexible Fertigung und müssen weniger auf externe Partner zurückgreifen. Wir arbeiten mit lokalen Lieferanten aus Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Italien zusammen und halten die Transportwege für Material und Bestandteile kurz“, erklärt der Kavat-Geschäftsführer Magnus Ericson. „Die neue Einrichtung ist außerdem hochmodern: Mit einem umweltfreundlichen Heizsystem, Klimaanlage und der Nutzung von erneuerbaren Energien schafft sie nicht nur ein angenehmes Arbeitsklima für unsere Mitarbeiter, sondern entspricht auch unserer Philosophie von Nachhaltigkeit“, so Ericson weiter.  

Der Standort Bosnien und Herzegowina ist fest verankert in der Geschichte des Unternehmens: Während der Balkankriege in den 1990er Jahren stellte Kavat viele Flüchtlinge ein, die nach Schweden gekommen waren. 2009 verlagerte das Unternehmen die Produktionsstätte nach Bosnien und Herzegowina, in eine Region, die auf eine lange Tradition des Schuhmacherhandwerks zurückblickt. Dort fand Kavat die Strukturen, die in Schweden fehlten: sehr gut ausgebildete Handwerker, qualifizierte Vertragspartner und eine optimale Infrastruktur für die Schuhproduktion. In Travnik startete Kavat mit rund 70 Personen – unter der Führung der Mitarbeiter, die in den neunziger Jahren als junge Flüchtlinge nach Schweden gekommen waren.  

Um die Produktionsabläufe für die Frühjahr/Sommer-Saison 2018 nicht zu stören, soll ein schrittweiser Umzug der einzelnen Abteilungen stattfinden. Kavat zufolge soll der Umzug bis zum Herbst abschlossen sein.

Helge Neumann / 04.09.2017 - 16:09 Uhr

Helge Neumann / 04.09.2017 - 16:09 Uhr

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